Arbeitslosengeld (AMS) – Antrag, Höhe & Anspruch in Österreich

Alle Informationen zum Antrag, der Höhe und Ihrem Anspruch auf das Arbeitslosengeld vom AMS in Österreich finden Sie hier online.

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Job verloren - Arbeitsamt für Arbeitslosengeld

Quelle: bigstock.at, ID: 93304505

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Alle Informationen zum Antrag, der Höhe und Ihrem Anspruch auf das Arbeitslosengeld vom AMS in Österreich finden Sie hier online:

Das Arbeitslosengeld oder die Arbeitslosenunterstützung ist eine finanzielle Leistung, die vom Arbeitsmaktservice (AMS) ausbezahlt wird, um die Existenz während der Arbeitssuche zu sichern. Das Arbeitslosengeld dient dabei zur Überbrückung der Zeit zwischen zwei Beschäftigungen. Alle Informationen zur Höhe, den Regelungen, dem Antrag auf Arbeitslosengeld in Österreich und mehr finden Sie hier online!

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Wer bekommt Arbeitslosengeld in Österreich?

Arbeitslosengeld erhält grundsätzlich jede Person, die über einen gewissen Zeitraum einer vollversicherungspflichtigen Arbeit nachgegangen ist und somit auch regelmäßig Beiträge in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat. Vollversicherungspflichtig ist eine Arbeit automatisch dann, wenn das monatliche Einkommen die Geringfügigkeitsgrenze überschreitet. Derzeit (2016) ist die Geringfügigkeitsgrenze mit 415,72 Euro festgesetzt.

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Wer zum ersten Mal Arbeitslosengeld beantragt, muss in den letzten zwei Jahren vor dem Antrag zumindest 52 Wochen einer Beschäftigung nachgegangen sein, die über der Geringfügigkeitsgrenze gelegen hat. Eine Ausnahme stellen Personen dar, die bei der erstmaligen Beantragung das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Sie gelten bereits als anspruchsberechtigt, wenn sie während des letzten Jahres 26 Wochen lang eine arbeitslosenversicherungspflichtige Tätigkeit ausgeübt haben. Ab dem zweiten Antrag gilt es als Richtwert, im letzten Jahr mindestens 28 Wochen über der Geringfügigkeitsgrenze gearbeitet zu haben.

Die Sperrfrist gilt für all diese Fälle. Sie besagt, dass für den ersten Monat der Arbeitslosigkeit kein Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht, wenn der Arbeitnehmer die letzte Arbeitsstelle ohne triftige Gründe gekündigt hat.

Wie lange wird das Arbeitslosengeld ausbezahlt?

Das Arbeitslosengeld wird für 20 Wochen gewährt. Wenn 156 arbeitslosenversicherungspflichtige Wochen für die letzten fünf Jahre nachgewiesen werden können, erhöht sich die Bezugsdauer um zehn Wochen auf 30 Wochen. Antragssteller, die das vierzigste Lebensjahr vollendet haben und in den letzten zehn Jahren vor Antragsstellung 312 Wochen in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, erhalten das Arbeitslosengeld für 39 Wochen ausgezahlt. Antragsstellern, die das fünfzigste Lebensjahr bereits überschritten haben und 468 versicherungspflichtige Wochen in den letzten fünfzehn Jahren vorweisen können, wird der Bezug für 52 Wochen gewährt.

Wenn während der Arbeitslosigkeit eine Schulungsmaßnahme (Nach- oder Umschulung, Coaching etc.) besucht wird, so wird das Arbeitslosengeld für die Dauer des Kursbesuchs unterbrochen. In diesem Zeitraum erhält der Kursteilnehmer Schulungsgeld in der Höhe des Arbeitslosengeldes und darüber hinaus eine zusätzliche Beihilfe zu Kursnebenkosten. Die Dauer des Arbeitslosengeldbezuges wird durch eine Kursmaßnahme nicht verringert. Wenn die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes abgelaufen ist, besteht die Möglichkeit, Notstandshilfe zu beantragen.

Wie beantragt man das Arbeitslosengeld?

Das Arbeitslosengeld muss persönlich bei der zuständigen AMS-Geschäftsstelle beantragt werden. Den ersten Schritt für eine erfolgreiche Beantragung stellt die Meldung der bevorstehenden Arbeitslosigkeit dar. Im Idealfall erfolgt die Meldung bereits, bevor die Arbeitslosigkeit eintritt. In diesem Fall hat der Antragsteller eine Woche bis zehn Tage Zeit, um persönlich bei der zuständigen Geschäftsstelle vorzusprechen und das Arbeitslosengeld zu beantragen. Wird die vorhergehende Meldung versäumt, so ist der erste Tag der Arbeitslosigkeit auch der letztmögliche Termin zur persönlichen Vorsprache und Beantragung. Wenn Meldung und Beantragung nicht fristgerecht erfolgen, dann können daraus finanzielle Nachteile resultieren.

Nachdem der Antrag persönlich gestellt wurde, wird geprüft, ob die Voraussetzungen erfüllt sind, um Arbeitslosengeld zu beziehen. Nach der Überprüfung wird ein Bescheid ausgestellt und übermittelt. Wichtig ist hierbei der Hinweis, dass die Beantragung persönlich zu erfolgen hat, die Meldung der Arbeitslosigkeit jedoch auch brieflich, telefonisch, per Fax oder über das persönliche eAMS-Konto vorgenommen werden kann.

Das eAMS-Konto ist ein Serviceangebot des AMS. Es dient dazu, die Kommunikation mit dem AMS zu erleichtern und den bürokratischen Aufwand auf beiden Seiten möglichst gering zu halten. Das eAMS-Konto ist personalisiert und durch ein Passwort geschützt.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Regelmäßiges Arbeitslosengeld erhält, wer drei Bedingungen erfüllt.

Der Antragssteller muss als Voraussetzung:

  1. arbeitslos,
  2. arbeitsfähig
  3. und arbeitswillig sein.

Eine Person gilt als arbeitslos, wenn sie im Rahmen einer vollversicherungspflichtigen Beschäftigung über einen bestimmten Zeitraum in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat. Während der Arbeitslosigkeit besteht die Möglichkeit, eine unselbständige oder selbständige Beschäftigung unter der Geringfügigkeitsgrenze aufzunehmen. Dadurch wird der Status der „Arbeitslosigkeit“ nicht verletzt.

Was die Arbeitsfähigkeit anbelangt, so ist damit primär gemeint, dass weder Invalidität noch Berufsunfähigkeit vorliegen. Der Arbeitsuchende ist gesund und trotz vorliegender Betreuungspflichten bereit, einer Beschäftigung im Mindestausmaß von 16 Wochenstunden nachzugehen. Menschen, die keine Betreuungspflichten haben, müssen bereit sein, mindestens 20 Stunden pro Woche zu arbeiten. Im Normalfall müssen sie willens sein, eine Vollzeitstelle anzunehmen, die ihrer Qualifikation entspricht und innerhalb der Grenzen der Zumutbarkeit (Arbeitsweg, Betreuungspflichten etc.) liegt.

Der arbeitsfähige Mensch beweist seine Arbeitswilligkeit dadurch, dass er dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und sich aktiv an der Arbeitssuche beteiligt. Diesbezüglich ist Eigeninitiative gefragt. Werden vom AMS Stellenangebote vermittelt, hat sich der Arbeitsuchende innerhalb einer Woche auf die Stelle zu bewerben. Ebenso ist es Pflicht des Arbeitslosengeldbeziehers, so genannte Kontrollmeldetermine bei dem für ihn zuständigen Betreuer einzuhalten.

Wie hoch ist das Arbeitslosengeld?

Als Richtwert gilt, dass 55% des bisherigen Einkommens ausbezahlt werden. Genau genommen besteht das Arbeitslosengeld aus einem Grundbetrag, einem etwaigen Familienzuschlag und einem Ergänzungsbetrag. Wird das Arbeitslosengeld zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni beantragt, so dient als Maßstab zur Berechnung das Einkommen des vorletzten Jahres. Erfolgt die Beantragung des Arbeitslosengeldes zwischen dem 1. Juli und dem 31. Dezember, so dient das Einkommen des vergangenen Jahres als Bemessungsgrundlage. Die Basis der Berechnungen stellt jeweils das im entsprechenden Zeitraum erwirtschaftete Nettoeinkommen dar.

Die Höhe des Familienzuschlags hängt von der Anzahl der zuschlagsberechtigten Personen ab. Als zuschlagsberechtigte Personen werden Menschen erachtet, die von der antragstellenden Person finanziell abhängig und wesentlich auf ihr Einkommen angewiesen sind. Zu den zuschlagsberechtigten Personen werden Kinder, Enkelkinder, Stief-, Wahl- und Pflegekinder sowie unter gewissen Umständen auch Ehepartner und Lebensgefährten gerechnet.

Anspruch auf den Ergänzungsbetrag besteht, sofern der Grundbetrag und ein etwaiger Familienzuschlag den Ausgleichszulagenrichtsatz nicht überschreiten. Im Jahr 2016 lag der Ausgleichszulagenrichtsatz bei 882,78 Euro.

Weitere Informationen zu Ihrem Arbeitslosengeld in Österreich finden Sie online unter www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/361/Seite.3610010.html oder auf der Website des Arbeitsmarktservice (AMS) unter www.ams.at.

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  1. Nachdem ich leider vor kurzem meinen Job verloren habe, hab ich mit gleich mal hier Infos eingeholt, wie es weitergehen wird. Ich suche zwar einen neuen Job, aber bis dahin, werde ich nicht drum rum kommen beim AMS mein Arbeitslosengeld zu beziehen.. Gute Übersicht über die aktuellen Regelungen und Bezüge!

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