Lohnsteuerausgleich 2017 / 2016 – Arbeitnehmerveranlagung beim Finanzamt

Die Arbeitnehmerveranlagung (ANV), besser bekannt als der Lohnsteuerausgleich, bezeichnet das Rückholen der Steuergelder seitens des Steuerzahlers vom Finanzamt, wenn er in einem Jahr zu viele Steuern gezahlt hat.

Lohnsteuerausgleich (Arbeitnehmerveranlagung) in Österreich

Voraussetzung um den Antrag auf Lohnsteuerausgleich zu stellen ist der Jahreslohnzettel, der vom Arbeitgeber beim Finanzamt vorliegen muss. Dies ist meisten Anfang des Jahres im Folgejahr der Fall, da jeder Arbeitgeber bis Februar rechtlich zum Einreichen des Jahreslohnzettels verpflichtet ist. Dabei kann ein Arbeitnehmer aber Eine Arbeitnehmerveranlagung auch noch fünf Jahre später den Antrag rückwirkend stellen. Die Antragstellung erfolgt online oder direkt beim Finanzamt. Als Hilfssystem unterstützt ein sogenannter Online Brutto-Netto-Rechner die Berechnungen.

Tipp: Berechnen Sie vorab die Höhe der Steuerrückzahlung oder -Nachzahlung. So können Sie im Falle einer Nachzahlung an das Finanzamt auf den Ausgleich für dieses Jahr verzichten.

Durchführung des Steuerausgleichs beim Finanzamt

Lohnsteuerausgleich (Arbeitnehmerveranlagung) durchführen

Lohnsteuerausgleich – Quelle: bigstock.at, ID: 87212366

Bei der Berechnung des Steuerausgleichs wird die Lohnsteuer berechnet, indem für jeden Arbeitstag im relevanten Jahr ein gleicher Einkommensbetrag festgelegt wird. Gerade wenn ein Arbeitnehmer in dem Jahr seinen Job gewechselt hat, und damit in den Monaten unterschiedlich hohes Gehalt hatte, lohnt sich der Lohnsteuerausgleich, da der monatliche Betrag am höheren Gehalt festgemacht wird.

Mit Blick auf die Berechnungen beim Finanzamt ist es ratsam, seinen Lohnsteuerausgleich im Vorfeld zur Kontrolle eigenständig zu berechnen. Nicht nur zur Kontrolle ist diese eigenständige Berechnung sinnvoll, sondern auch deshalb, weil sich auf diese Weise schon vorab feststellen lässt, ob sich ein Lohnsteuerausgleich überhaupt rentiert. Auch die Berechnungen online sind in diesem Fall vollends unverbindlich.

Im Jahr 2017 können Sie den Lohnsteuerausgleich für 2016, 2015, 2014, 2013 und 2012 machen und sich so Steuern zurückholen und Geld sparen.

Die Pflicht- und Antragsveranlagung

Mit Blick auf einen Lohnsteuerausgleich ist die Unterscheidung zwischen Pflicht- und Antragsveranlagung notwendig. Eine Pflichtveranlagung bezeichnet, dass ein Arbeitnehmer aufgrund mehrerer Bezüge in der Pflicht steht, eine Arbeitnehmerveranlagung durchführen zu müssen. Damit werden die Arbeitnehmer im Folgejahr dazu verpflichtet, einen Lohnsteuerausgleich stellen zu müssen. Eine
Antragsveranlagung ist demgegenüber freiwillig. Auch hier ist es ratsam, wieder vorab eine unverbindliche Berechnung eigenständig online durchzuführen.

Fristen für den Lohnsteuerausgleich

Die zugebilligten fünf Jahre für einen Steuerausgleich sollten nicht ausgeschöpft werden, denn ansonsten kann es aufgrund der Bearbeitungszeiträume der Finanzämter lange dauern, bis das Geld beim Besitzer ankommt.

Die Formulare für den Lohnsteuerausgleich

Für den Lohnsteuerausgleich Steuerausgleich wird das Formular L1 sowie gegebenenfalls Formulare für weitere Absetzbeträge oder Zusatzbeträge, wie für Kinder oder ähnliches. Diese können online heruntergeladen werden oder auch direkt im Finanzamt geholt werden. Am einfachsten gelingt der Lohnsteuerausgleich online, indem die Formulare online ausgefüllt werden oder heruntergeladen, dann manuell ausgefüllt werden und an das zuständige Finanzamt verschickt werden. Auch für die Arbeitnehmerveranlagung ist die Bearbeitung online möglich. Der lästige Weg zum Finanzamt kann also ausbleiben, auch wenn ein Antrag auf Lohnsteuerausgleich gestellt wird.

Alle Formulare zur Lohnsteuererklärung finden Sie hier online zum Herunterladen.

Formular L1 – Arbeitnehmerveranlagung

Mit dem Formular L1 des Finanzamtes können Sie die Arbeitnehmerveranlagung (ANV) in Österreich durchführen. Sie können das Formular (Antrag) entweder online ausdrucken, direkt online ausfüllen und abschicken oder beim zuständigen Amt vorfinden. Das zusätzliche Formular L1i betrifft die Beilage zur Erklärung der Einkommenssteuer aus nichtselbstständiger Arbeit. Weitere Anträge finden Sie online auf der Website des Finanzministeriums oder in Ihrem FinanzOnline-Konto.

Zurückziehen des Antrags zum Steuerausgleich

Es besteht die Möglichkeit einen Antrag auf Lohnsteuerausgleich zurückzuziehen. Dies muss allerdings seitens des Antragstellers binnen eines Monats erfolgen, nachdem der Antrag beim zuständigen Finanzamt gestellt wurde. Diese Maßnahme ist dann sinnvoll, wenn das Resultat des Einkommensteuerbescheids negativ ausfallen könnte. Eine weitere Bedingung für dieses Zurückfordern besteht darin, dass es sich um eine freiwillige Antragstellung in jedem Fall handeln muss.

Eine Pflichtveranlagung kann demgegenüber unter keinen Umständen rückgängig gemacht werden. Dies ist ein wichtiger Hinweis, von dem Arbeitnehmer profitieren können, wenn sie an das Finanzamt zahlen müssten, denn durch den Einspruch kann die Zahlungsaufforderung seitens des Finanzamtes legitim umgangen werden, allerdings wirklich nur durch eine Berufung binnen der einmonatigen Frist.

Hinweise zum Jahreslohnzettel

Grundsätzlich ist der Arbeitgeber verpflichtet den Jahreslohnzettel beim Finanzamt einzureichen. Da dieser vorliegen muss, sind Arbeitnehmer auf die Pflichterfüllung ihres Arbeitgebers angewiesen. In der Regel kommt es zu solchen Fällen nur, wenn Arbeitgeber Insolvenz beantragt haben. Auch im unglücklichem Falle der Insolvenz des Arbeitgebers muss der Arbeitnehmer keinesfalls auf seinen Lohnsteuerausgleich verzichten, denn in diesem Fall verändert sich lediglich die zuständige Instanz für den Arbeitnehmer, da folglich ein Masseverwalter im Rahmen des Insolvenzverfahrens zur Übersendung des Jahreslohnzettels an das Finanzamt zuständig ist.

Steuererklärung und Lohnsteuerausgleich mit Jahreslohnzettel berechnen

Steuererklärung – Quelle: pixabay.com

Jahreslohnzettel liegt nicht vor – was tun?

Auch in den Fällen, in denen sich Arbeitgeber oder Masseverwalter verweigern und ihrer Pflicht nicht nachkommen, sind Arbeitnehmer durch seitens des Finanzamtes geschützt. Zunächst ist eine eigenständige Erinnerung sinnvoll. Sollten die Zuständigen nicht auf die Bitte zur Übermittlung des Jahreszettels reagieren und ihrer Pflicht nachkommen, muss dies schriftlich dem zuständigem Finanzamt mitgeteilt werden. Er übernimmt dann den Fall und stellt eigenständig einen Jahreszettel aus, wenn der Arbeitgeber immer noch nicht reagiert. Auf diese Weise kann der Lohnsteuerausgleich trotzdem durchgeführt werden.

Gutschrift auf das Bankkonto

Wenn der Lohnsteuerausgleich berechnet wird, erhält man zumeist durch den Steuerausgleich eine Gutschrift, die auf das eigene Konto überwiesen wird. Bei einer ausgeübten Selbstständigkeit neben einem normalen Arbeitsverhältnis ergeben sich auch mit Blick auf den Lohnsteuerausgleich Besonderheiten, die es zu berücksichtigen gilt. Die Selbstständigkeit muss einerseits dem Finanzamt unbedingt gemeldet sein. In diesem Fall wird die Steuergutschrift durch den Lohnsteuerausgleich dem eigenen Steuerkonto gutgeschrieben. Diesbezüglich kann dem Finanzamt auch mitgeteilt werden, das Guthaben unmittelbar auf das eigene Konto zu überweisen.

Wenn das Geld dem Steuerkonto gutgeschrieben werden soll, dann wird die Summe mit der kommenden Einkommensteuervorauszahlung für das nächste Jahr verrechnet. Letzteres gleicht einem Sparkonto beim Finanzamt ohne Zinsen zur Zahlung der verpflichteten Vorauszahlung im kommenden Jahr.

Freibetrag: Was kann man im Lohnsteuerausgleich steuerlich absetzen?

  • Alleinerzieher- & Alleinverdienerabsetzbetrag
  • Unterhaltsabsetzbetrag
  • Mehrkindzuschlag
  • Kinderfreibetrag
  • Pendlerpauschale (wenn nicht gegenüber dem Arbeitgeber bereits geltend gemacht)
  • Zusatzbeitrag der Krankenversicherung für mitversicherte Angehörige
  • Pflichtversicherungsbeiträge aufgrund einer geringfügigen Beschäftigung
  • Freibeträge (Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen, …)
  • Spenden

FinanzOnline verwenden

finanzonline.bmf.gv.at - FinanzOnline des Finanzministeriums
finanzonline.bmf.gv.at

Mit dem Online-Dienst des Finanzamts FinanzOnline können Sie den Lohnsteuerausgleich direkt im Internet beantragen, ausfüllen und durchführen. Sie können sich zudem vorab die Höhe der Rück- oder Nachzahlungen berechnen lassen. Dazu benötigen Sie lediglich die Zugangsdaten zu Ihrem FinanzOnline-Konto. Diese können Sie beim zuständigen Finanzamt beantragen und entweder persönlich abholen oder per Post anfordern. Sie können sich anschließend mit Ihren Zugangsdaten unter finanzonline.bmf.gv.at anmelden und Ihre Arbeitnehmerveranlagung selbst durchführen.

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Brutto-Netto Gehalt und Lohnsteuer berechnen

Mit dem Rechner können Sie die Lohnsteuer Ihres monatlichen oder jährlichen Brutto-Netto-Gehalts und Lohns berechnen.


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